Endlich schaffe ich es mal wieder, auf Meikes Nähfragezeichen zu antworten!
Nach einem Vorschlag von Frau Linkshänderin gibt es dieses Mal diese tolle Frage:
Meine Mutter hat für meine Schwester und mich genäht und gestrickt. Damals gab es hier noch eine riesige Stoffabteilung in einem Kaufhaus, die hat mich damals schon fasziniert und angezogen.
Ich durfte die dicken Burda-Schnittmusterbücher durchblättern, mir einen Schnitt aussuchen und dann den Stoff, das fand ich wunderbar. Und dann entstanden meine Traummodelle, Röcke, Kleider, Hosen, Blusen, einmal ein toller Poncho mit passendem Rock, sensationelle Faschingskostüme.....
Ich war immer sehr stolz auf die Sachen und habe sie gerne getragen.
Neben den Schnittmusterbüchern gab es irgendwann die "Carina", eine Art "kleine Schwester" von Burda, ich glaube, ich hatte sie fast alle und auch daraus hat meine Mutter für mich genäht.
Besonders viel getragen habe ich diesen Rock: Ich habe ihn noch Mal fütr Euch angezogen (damals saß er etwas lockerer und ich konnte auch einatmen.....)........
........aus dieser Carina (1977, kostete 2 DM)......
......diese Modell....
Getragen habe ich es auch mit dem passenden Dreiecktuch um die Taille, das ist auch noch irgendwo.
Nur so zum Schmuzeln, aus dem gleiche Heft, eine Regenjacke aus einem Duschvorhang, die hatte ich NICHT!
Diese Rock ist eines der vielen Rettungsobjekte meiner Mutter, Einladung zur Silvesterparty, ich war so ca. 18 Jahre alt und dachte (vermutlich so 29.12.), ach da wäre doch ein Satinrock toll. Also damit begonnen, ich glaube bei der Rüsche am glitschigen Stoff verzweifelt, Mama hat ihn fertig genäht und ich habe gefeiert (mit passenderen Schuhen....)
Gerettet hat meine Mutter vor allem sämtliche Handarbeitsunterrichtstücke, egal, ob gestickt, gehäkelt, gestrickt oder genäht. Ohne sie wäre kein Einziges fertig geworden. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Unterricht in der 6. Klasse, die Leherin hieß "von Witzleben", sie war aber nicht so witzig, und wollte, dass ich Hüttenschuhe stricken sollte. Ich konnte noch nicht mal mit 2 Nadeln vernünftig stricken und jetzt FÜNF! Die Hüttenschuhe sind sehr schön geworden, grün-gelb geringelt, ich glaube, alles was ich im Unterricht gestrickt habe, hat meine Mutter zu Hause korrigiert (aufgetrennt)........Ich glaube, damit hat meine Mutter es geschafft, dass ich Handarbeiten nicht gehasst habe.
Bestrickt hat sie mich/uns auch, ich erinnere mich z.B. an einen ganz bunt getreiften Rollkragenpulli, auch da durfte ich mir die Wolle aussuchen.
Ich habe meine Mutter auch nie ungeduldig oder schlecht gelaunt im Zusammenhang mit Handarbeiten erlebt, hatte immer den Eindruck, dass es ihr Spass gemacht hat.
In der Oberstufe habe ich dann begonnen zu stricken, etwas später auch zu naähen und hatte in meiner Mutter einen geduldige Lehrmeisterin.
Heute nähe ich ab und zu etwas für sie, früher habe ich ihr auch mal Socken gestrickt.
So schließt sich ein Kreis und das finde ich total schön.
Ich denke schon, dass ich dieses Tolle Hobby meiner Mutter zu verdanken habe.
Danke Mama!!!
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